Der Eliashof

Der Eliashof war ein alter Bauernhof mit Gastwirtschaft ‚Zum Tiger‘ mit weggerissenen Stallungen und Scheunen. Vieles konnte wiederaufgebaut werden, und an die Stelle des Südflügels der ehemaligen ‚Hofreite‘ entstand ein kleiner Garten und ein früherer Auslauf für die Hühner.

Am Rande des Hofes auf der Hausseite steht eine Kastanie, und an den Hauswänden wächst roter und weißer Wein. Im Herbst wird gemeinsam mit Freunden geerntet – üppig tragende Reben, deren Saft eingemacht wird.

1817 als Bauernhof erbaut und 1980 von Heinke und Raimer Jochims erworben, beherbergt der Eliashof heute u. a. eine kleine christliche Lebensgemeinschaft, dazu frei vermietete Wohnungen.

„Man steht in keinem Klosterhof und doch in etwas klösterlichem“, schrieb ein Besucher nach seiner ersten Begegnung mit dem Hof. Ein begrenzter Raum für Stille und Sammlung, zu dem auch eine Kapelle gehört.

In den Gebäuden des Hofes in der Hauptstraße 21 befinden sich große Teile der Sammlung zur Weltkunst und das Restaurant ‚Elias‘, das von Thomas Reichert geführt wird.

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„Meine Frau Heinke und ich waren seit 1959 mit dem evangelischen Orden in Taizé in Frankreich verbunden und fuhren jedes Jahr für mehrere Tage nach Taizé zur Besinnung und zur ‚inneren Arbeit‘ für die Lebensorientierung. In Taizé erwachte die Frage: Wie ist das Leben zu führen bei dem ungeheuren Maß an persönlicher Freiheit, das wir Deutschen und Europäer seit dem Ende des II. Weltkrieges genießen? Bestimmt ist diese Freiheit durch die industrialisierte Massengesellschaft mit ihren spezifisch modernen Zwängen.“

1971 wurde Raimer Jochims nach Frankfurt am Main an die Städelschule berufen mit der Aussicht, bald Rektor werden zu müssen. Beide wohnten zuerst in einem Hochhaus, das der Städelschule nahe lag, und spürten: auf die Dauer der Erde zu fern, der Erdbezug fehlte. Zu selbstisoliert im Hinblick auf ein wünschenswertes ‚Leben in Gemeinschaft‘.

Der Gemeinschaftsgedanke wurde im Laufe der Zeit immer wichtiger, und Jochims begann in der Umgebung von Frankfurt nach einer Immobilie zu suchen, die den Erdbezug stärker anbietet und eine Gemeinschaft aufnehmen könnte. 1979/80 fand das Ehepaar den später so getauften „Eliashof“ in Hochstadt.

„Es war ein schwer ramponierter Bauernhof mit weggerissenen Scheunen und Stallungen. Das schuf Platz für den kleinen Garten und für die Hühner. Erdbezug, Pflanzenbezug, Tierbezug wurden grundlegend für den Gemeinschaftbezug, denn wir Menschen sind nicht nur als Einzelwesen lebensfähig, sondern nur als Gemeinschaftswesen.

Viele Menschen, die auf dem Hof eine Zeitlang zusammenlebten, sprangen wieder ab. Geblieben sind zwei Paare: Michael Kolod und Elisabeth Ehrhorn und Karl Werny und Edda Strathmann. Es gibt seit den späten achtziger Jahren einen Kapellenraum, der allein dem geistlichen Leben dient, und es gibt zwei christliche Kreise, die sich seit Jahrzehnten regelmäßig treffen, austauschen und befruchten.“

 

» Die Eliasgeschichte